Bernhard Gaubatz
Wilma Herke:
Herr Gaubatz, wann haben Sie in Geisenheim abgeschlossen? Abgeschlossen habe ich nie mit Geisenheim. Im Februar 1981 habe ich das Studium in Geisenheim beendet.
Was bedeutet die Studienzeit in Geisenheim für Sie?
Im Studium wurden die Grundlagen für das gelegt, was ich anschließend beruflich machen wollte. Die Studienzeit hat mir viele Kontakte und Freundschaften gebracht, die ich bis heute aufrecht erhalte und pflege.
In welchem Arbeitsfeld haben Sie bisher gearbeitet und wofür engagieren Sie sich derzeit?
Nach dem Studium habe ich zunächstvier Jahre in einem 15 ha Betrieb die weinbaulichen und kellerwirtschaftlichen Bereiche geleitet. Anschließend hatte ich neun Jahre lang die Leitung des Warengeschäfts mitangeschlossenem Lohnunternehmen der damaligen Raiffeisenbank Rheingau-Taunus in Eltville-Erbach inne. Nach weiteren zwei Jahren im Pflanzenschutzgroßhandelund Korkvertrieb fand ich zu meinem „Traumjob“, der Leitung des Weinbauversuchsbetriebs im Fachgebiet Weinbau der FA Geisenheim.
Was ist in Ihrem Betrieb/Fachgebiet der Schwerpunkt?
Die Leitung des Versuchsbetriebs erfordert den ständigen Austausch mit den Wissenschaftlern, Doktoranden und Diplomanden einerseits und den Mitarbeitern des Versuchsbetriebs andererseits. Ich betrachte mich als Nahtstelle zwischen Wissenschaft und der Umsetzung im praktischen weinbaulichen Versuch. Darüber hinaus arbeite ich in verschiedenen Gremien, wie dem Prüfungsausschuss für Sonderkulturen der DLG oder dem ATW, mit und engagiere mich in der Berufsausbildung der Winzer und Winzerinnen. Sie engagieren sich seit 1996 für den BDO.
In welchem Bereich waren Sie aktiv?
Als ich 1996 wieder in Geisenheim anfing rekrutierte mich Josef Eisenbarth direkt als weinbaulichen Beisitzer in den Vorstand der VEG. Dort war ich praktisch auch der Interessenvertreter desBDO. Als der BDO dann 1998 einen neuen Geschäftsführer suchte, erklärte ich mich bereit, die Aufgabe zu übernehmen. Sie beabsichtigen Ihre langjährige Geschäftsführertätigkeit ab Januar 2008 zu reduzieren.
Bleiben Sie dem BDO dennoch erhalten?
Wie es aussieht, werde ich noch ein weiteres Jahr die Geschäfte, zumindest den wirtschaftlichen Teil, weiterführen. Wir wollen ab 2008 nach und nach das Tagesgeschäft auf die neu gegründete Campus-Geisenheim-GmbH übertragen. Den ersten Schritt wird die VEG ab Januar mit der Übertragung der gesamten Geschäftsführung an die Campus GmbH vornehmen. Der BDO wird dann etwas später nachziehen. Mein Wissen werde ich selbstverständlich auch weiterhin zum Wohle des BDO einbringen.
Welche Tipps geben Sie Studierenden und Absolventen mit auf den Weg?
So viele Angebote wie möglich in Geisenheim nutzen. Man weiß nie, wofür es später mal gut sein kann. Lebenswege verlaufen meist nicht geplant und geradlinig. Man sollte immer offen für neue Herausforderungen sein und die Kontakte, die sich in Geisenheim bieten, nutzen und pflegen, denn die Weinbaufamilie ist groß und weltweit vernetzt. Bietet in euren Betrieben Plätze für Praktikanten, Diplomanden und Trainees. Besucht die Weiterbildungsveranstaltungen und Tagungen. Werdet Mitglied in VEG und BDO und nutzt deren Netzwerke.
Der Bund Deutscher Oenologen bedankt sich bei Bernhard Gaubatz für seinen kompetenten Einsatz im Bereich Weinbau und bei der Geschäftsführung. Weiterhin auf gute Zusammenarbeit!
Kontakt:
Bernhard Gaubatz, FA Geisenheim, Fachgebiet Weinbau Von-Lade-Str. 1, 65366 Geisenheim.


