BDO Rheingau / Hessische Bergstraße

Mit insgesamt 3.441 ha bestockter Rebfläche zählt der Rheingau und die hessische Bergstraße zu den kleinsten deutschen Weingebieten Deutschlands. Beide Weinbaugebiete weisen Spuren des Weines bis in die Römerzeit zurück.

Weltberühmte Weinberglagen mit unterschiedlichen Bodenstrukturen prägen die Gewächse aus den Hauptrebsorten Riesling und Spätburgunder.

Die Hochschule Geisenheim im Weinbaugebiet Rheingau bietet jungen Menschen eine fundierte Ausbildung zum Oenologen.

Ziel des Gebietskreises ist dieses Wissen durch gemeinsame Veranstaltungen zu vertiefen, Betriebsphilosophien kennenzulernen und praxisgerechte Lösungen aufzuzeigen.

Jungweinprobe des Jahrgangs 2012 , Alternative zum Steillagenweinbau durch Querterassierung im unteren Rheingau sowie ökologischer Steillagenweinbau waren in 2013 interessante Halbtagsveranstaltungen in unserem Gebietkreis.

Unter dem Slogan „einmal Geisenheimer, immer Geisenheimer“ sind wir zukünftig bestrebt den Gebietskreis Rheingau/Hessische Bergstrasse durch interessante regionale und überregionale Veranstaltungen noch enger zu verbinden. 

Aktuelles / Veranstaltungen

Archiv

Donnerstag, den 12.03.15 ab 14.00 Uhr

Einladung zur 2. BDO – Veranstaltung Gebietsgruppe
Rheingau/Hessische Bergstr. in 2015

Ort: Weingut Gunter und Monika Künstler
       Geheimrat-Hummel Platz 1
       65329 Hochheim/Main
       e-mail: info@weingut-kuenstler.de

Liebe Mitglieder,
Gunter Künstler wird uns sein Weingut vorstellen.
Otmar Baus, Hochschule Geisenheim, wird interessante Themen zum
Pflanzenschutz vortragen.

14.00-15.00 Uhr Begrüssung und Betriebsrundgang durch Gunter Künstler
15.00-16.00 Uhr Vortrag Otmar Baus mit Diskussion
Ab 16.00 Uhr Weinprobe mit Imbiss

Es ist ein kleiner Unkostenbeitrag von 20,-- €/pro Person zu leisten, der sich
aber lohnt. Bitte das Geld für das We
ingut Künstler direkt mitbringen.

Wir bitten um Anmeldung bis Mittwoch vormittag, den 11.03.15

Weitere Fragen bitte an:hans.kessler@schlosss-johannisberg
                                       Tel: 06722 70916
                                       Mobil: 0170 3346093

Hans Kessler

 

Ein Bericht von Klaus Herrmann

 

Mehr Erfahrungsaustausch nötig

 Ein Lieblingssatz von Management-Trainern lautet: „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“ Zu den Hauptaufgaben eines Berufsverbands wie des BDO gehört es deshalb, genau diese Möglichkeiten zum Besserwerden zu schaffen. Eine außergewöhnliche Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch haben sich die meisten Mitglieder des Gebietskreises Rheingau/Hess. Bergstraße kurz vor der ProWein entgehen lassen: ein Besuch bei Gunter Künstler in Hochheim am Main. Sicher, die Termine drängen sich, niemand hat Zeit für einen Kollegenbesuch. Aber – wer sich die Zeit nicht nimmt, wird nie welche haben. Und die zwei Dutzend Kollegen, die sich die Zeit genommen haben am 12. März, haben es nicht bereut, denn Gunter Künstler hat die Besichtigung seines Betriebs und die anschließende Weinprobe gestaltet wie ein kleines Seminar in Betriebsführung und Unternehmensphilosophie. Gunter ist ein Freund des offenen Worts, da ist nichts gekünstelt, auch wenn er Künstler heißt. Aber der Name ist Programm. Das manifestiert sich in den Weinen im Glas und der Art, wie Gunter sich den immer wieder neuen Herausforderungen stellt, die die Natur und der Weinmarkt für Berufskollegen bereithalten, die vom Weinberg bis zur Vermarktung alle Facetten unseres Berufsstands meistern. Seine Weine gehören unzweifelhaft zum Besten, was der deutsche Weinbau zu bieten hat. Ein Gespräch mit Kollegen wie Gunter Künstler, der es schafft, viele Erkenntnisse aus 30 Jahren Berufserfahrung rüberzubringen, sind es allemal wert, das eine oder andere im eigenen Betrieb mal für ein paar Stunden liegen zu lassen. Sei es zum Thema Spontis, Bioweinbau, Rotweinbereitung oder Große Gewächse. Ein Betrieb, ein Winzer, ein Mensch, bei dem Philosophie, Auftreten und Weine zueinanderpassen. Wem das jetzt alles vielleicht ein bisschen zu euphorisch klingt, der soll sich einfach die Zeit nehmen und bei der nächsten BDO-Veranstaltung einmal dabei sein. Man kommt nie dümmer nach Hause, als man weggegangen ist. Die angeregte Diskussion der Teilnehmer im Weingut Künstler wurde darüber hinaus kräftig befeuert durch den Vortrag von Dipl.-Ing. Ottmar Baus, zuständig für die Prüfung von Pflanzenschutzmitteln in der Abteilung Phytomedizin in Geisenheim. Das Thema Kupfer und Bioweinbau ist etwas, das die Branche noch lange beschäftigen wird. Denn, „es gibt nach wie vor keine Alternative zur Kupferanwendung“, so Ottmar Baus in seinem Vortrag. Obwohl die Folgen des Schwermetalleintrags in den Boden jedem Winzer, auch jedem Biowinzer, bekannt sind.

Klaus Herrmann

Mittwoch 19.02.2014, ab 15.00 UhrOrt: Schloss Johannisberg, Spätlesesaal

 

Liebe Mitglieder,

Die Wahrheit über TCA und sonstige Mufftöne

2 Referenten haben sich bereit erkärt , neue Erkenntnisse vorzutragen


Ab 15.00 Uhr
Herr  Dr. Claus Fischer von der Fa. Ohlinger mit dem Beitrag
Der schleichende Korkgeschmack, Ursache und Wirkung

Ab: 15.30 Uhr
Herr Dr. Volker Schäfer, Hochschule Geisenheim
TCA-Problematik in Kellereibetrieben

Ab  16.00 Uhr
Kurzer Betriebsrundgang mit anschliessendem „Get together“  bei einem Glas Wein und rustikalem Imbiss


Wir bitten um Anmeldung bis Freitag, den 14.02.2014
Weitere Fragen bitte an: hans.kessler@schlosss-johannisberg

Jungweinprobe 2013

Zusammen mit den BRW, den Gutsverwaltern und dem BDO Gebietskreis Rheingau/Hessische Bergstrasse möchten wir die alljährliche gemeinsame Gebietsprobe Rheingau durchführen.
Das Thema der Probe ist: Qualität versus Menge
Zeitpunkt: Montag, den 21. Januar 2013, 16.00 Uhr
Ort: Weinbauamt Eltville, Wallufer Str. 19, 65343 Eltville,

Organisation: Pro Teilnehmer können jeweils 3 Proben berücksichtigt werden. Zu besseren Koordination ist eine Anmeldung bis spätestens 18.1.2013 unbedingt erforderlich. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Hans Kessler  Tel.. 06722 700916 oder e-mail:hans.kessler@schloss-johannisberg.de

Aufgrund der mengenmäßig geringen Ernte in 2010 und der frühen Weinlese in 2011 stand die Jungweinprobe im Weinbauamt Eltville unter dem Thema "Frühe Füllung des neuen Jahrgangs". Es wurden 22 verdeckte Proben von 34 Teilnehmern verkostet. Mit den abgegebenen Proben wurde vom Ansteller ein Beiblatt beigefügt, in dem der Traubenzustand, das Pressverfahren und die kellerwirtschaftliche Behandlung beschrieben wurde. Jeder Probenteilnehmer oder jeder Ansteller hatte die Möglichkeit, den Wein zu beschreiben. Gerhard Bollig und Mathias Schäfer vom Weinbauamt gaben als Probenleiter noch entsprechende kellerwirtschaftliche Korrekturhinweise. Herr Schäfer wies auf die Fristen hin, die bei Entsäuerungsmaßnahmen notwendig sind. Manche abfüllfertige Weine wiesen noch deutliche Böcksernasen auf. Andere Weine waren hervorragend auf einen frühen Füllzeitpunkt eingestellt. Die Weine, die noch gärig waren, zeigten fruchtige Aromen, Fülle und eine angenehme Säurestruktur. Für diejenigen Winzer, die aus wirtschaftlichen Gründen früh füllen müssen, war die Veranstaltung zu diesem frühen Stadium eine Bereicherung.

Am 18. Januar trafen sich 32 Teilnehmer der BDO-Gebietsgruppe Rheingau/Hess. Bergstraße und der Arbeitsgemeinschaft Rheingauer Weingutsverwalter im Fachgebiet Kellerwirtschaft der Forschungsanstalt Geisenheim. Unter Leitung von Johann Seckler und Wolfgang Pfeifer fand an diesem Abend die diesjährige Jungweinprobe statt. Es waren ca. 30 Weine aus dem Teilnehmerkreis angestellt. Es wurden überwiegend Rieslinge, zwei Spätburgunder Weißherbste und ein Grüner Veltliner aus einer zwölfjährigen Anlage verkostet. Der Jahrgang 2010, geprägt durch hohe Mostsäuregehalte, selten unter 13 g/L, häufig um15 g/L und höher, stellte gerade für die jungen Oenologen eine große Herausforderung dar. Dies erforderte konsequentes Säuremanagement im Moststadium. Die Doppelsalzentsäuerung war hier das Mittel der Wahl. Vergleichbare Verhältnisse traten zuletzt in den Achtzigerjahren auf. Im Gegensatz dazu erreichte der Jahrgang2010 aber erfreuliche Mostgewichte mit einem hohen Prädikatsweinanteil bis deutlich über 100 °Oe und einer erfreulichen Aromareife. Nahezu alle probierten Rieslinge waren entweder durch Doppelsalzentsäuerung, teilweise aber auch durch BSA in Bereiche von 7,5bis 10 g/L Säure eingestellt. Meist sind noch Säurekorrekturen im Bereich von ein bis zwei Gramm erforderlich. Auffällig ist die gute Abpufferung der Säure durch sehr hohe pH-Werte. Über den Einsatz des BSA beim Riesling kann man geteilter Ansicht sein. Bei den probierten Weinen zeigte sich, dass dieser sowohl Weine ohne den typischen BSA-Charakter als auch Weine mit deutlich buttrigen Aromen hervorbringen kann. Einzelne Proben waren durch hohen Botrytisbefall des Leseguts geprägt. Die Diskussion darüber mündete in die Planung eines Workshops zum Thema „Qualitätsbeeinflussung durch Mostpasteurisierung“.

Gastgeber Ralf Bengel konnte über 30Teilnehmer, die zum Teil ihre eigenen Weine mitgebracht hatten, begrüßen. Die 17 vorgestellten Weine wurden von Gerhard Bollig und Matthias Schäfer vom Regierungspräsidium Darmstadt in Eltville kommentiert und Behandlungsvorschläge (von der Hefe nehmen, entsäuern, schwefeln etc.) gemacht. In diesem Jahr war im Rheingau eine Säuerung bei Weißweinen erlaubt, aber nicht notwendig – im Gegenteil: oft war eine Feinentsäuerung eine gute Handhabe zum Säuremanagement. Es wurden gelungene, fruchtige und reife Rieslingweine mit mindestens 90° Oechsle beurteilt. Je nach Lesezeitpunkt war der Anteil an faulem Lesegut höher oder niedriger. Es zeigte sich, wie wichtig eine gute Selektion und, falls notwendig, der Einsatz von Kohle in diesem Jahr waren. Interessante Behandlungsverfahren warenaußerdem beispielsweise eine 8 bzw. 20-stündige Maischestandzeit, eine im Fassgekühlte Gärung, der Einsatz verschiedener Reinzuchthefetypen, die Lagerung im Holzfass oder im Barrique, biologischer Säureabbau beim Riesling etc. 2009 ist ein vielversprechender Jahrgang, der für einen unterhaltsamen und lehrreichen Abend sorgte und für viele gute Diskussionen anregte.

Am 6. Mai 2008 trafen sich mehr als 30 Teilnehmer, um sich einen Nachmittag mit dem Thema biologisch-dynamischer Weinbau zu befassen. Georg Meissner gab eine theoretische Einführung zum Thema und stellte dabei die Idee eines Betriebes als Organismus vor, wobei er die anthroposophische Sichtweise des Einflusses vom Kosmos auf die Pflanzen erklärte.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags beschrieb Meissner u. a. die Präparate Hornmist und Hornkiesel und erklärte ihre Bereitung und den Einsatz. Dass Kompost eine große Rolle in der Bio-Dynamie einnimmt, wurde zuerst im theoretischen Teil des Nachmittags deutlich. Meissner stellte die Kompostpräparate wie Schafgarbe, Kamille, Brennnessel, Eichenrinde etc. vor, deren spezielle Fähigkeiten an den Boden und die Rebe weitergegeben werden sollen. Er berichtete, dass derzeit seit 2007 in Zusammenarbeit mit der FAG einige Versuche zu unterschiedlichen Fragestellungen laufen, die als Langzeitversuche geplant sind und deren Ergebnisse zu gegebener Zeit veröffentlicht werden.

Der praktische Teil des Nachmittags ging dann bei bestem Wetter in den Versuchsanlagen der FAG weiter, wo man sich ein Bild von den unterschiedlichen Versuchvarianten machen konnte.

Im Anschluss daran machte sich die Gruppe zum einzigen biologisch-dynamisch arbeitenden Weingut im Rheingau auf. In Oestrich begrüßten Peter Jakob und Angela Kühn die Gruppe der interessierten Geisenheimer am Hof, wo es kurze Informationen zum Weingut, das 20 ha Weinberge bewirtschaftet, gab. Dann ging es auch schon wieder weiter in die Gemarkung, wo die Komposthaufen des Weinguts angeschaut und  deren Bereitung erklärt wurde. Peter Kühn gab ausführliche Informationen über die Bestandteile des Komposts, die teilweise nur mit Mühe aus biologisch arbeitenden Betrieben beschafft werden können. Er erklärte die große Bedeutung des Komposts, der das selbständige Wachsen der Rebe unterstützen soll. „Und das fängt schon bei den Regenwürmern im Boden an“ erläuterte Peter Kühn.

Zurück in der neu geschaffenen Vinothek des Weinguts wurden dann einige hoch interessante Weine aus dem Jahrgang 2006 und 2007 vorgestellt. Vom einfachen Rheingau Riesling über Weine aus alten Lagen bis hin zum Riesling aus dem Holzfass gab es überzeugende Weine zu verkosten. Mit den zur Probe gereichten Weinen vermittelten Peter und Angela Kühn weitere Informationen zu Weinbereitung und Weinguts-Philosophie.

Bernhard Gaubatz dankte dem Winzerpaar für seine vielseitigen Informationen und seine offene Darstellung ihrer Lebens- und Denkensweise.

Eine mehrfach gestellte Frage war: Funktioniert ein solches Arbeiten ohne die erforderliche  Einstellung zur Natur und zum Leben, nur aus kommerzieller Sicht? Die Antwort: Sicher nicht

Die diesjährige Jungweinprobe fand mit 46 Teilnehmern am 22. Januar im Schloss Vollrads in Oestrich-Winkel statt. Neben einigen Praktikern waren auch einige Studenten zur Probe erschienen, um sich ein Bild über den Ablauf aus der Praxis zu machen. Bei einem Rundgang durch den Betrieb, der von den Vollrads-Mitarbeitern Ralph Herke und Gerd Wendling geleitet wurde, wurden Neuerungen im Bereich der Traubenverarbeitung (Presse mit der Möglichkeit der Maischestandzeit), die automatische Glasverschluss-Abfüllanlage und die Schatzkammer im mittelalterlichen Turm vorgestellt.

Die Weinprobe fand dann in der Schloss-Halle im Herrenhaus statt. Unter der Moderation von Gerhard Bollig und Tobias Leib vom Regierungspräsidium Darmstadt/ Dezernat Weinbauamt Eltville wurden 16 Rieslinge, 1 Weißburgunder, 1 Grüner Veltliner und 2 Spätburgunder Weißherbst verkostet. Die Rieslingweine präsentierten sich sehr fruchtgeprägt, wobei einzelne Säurekorrekturen empfohlen wurden. Es wurden Weine mit unterschiedlicher kellertechnischer Verarbeitung vorgestellt: Kaltgärung, Malolaktische Gärung, Langgärung mit frischem Acetaldehydgehalt, Spontangärung im großen Holzfass etc Die Qualitäten gingen auch in den Bereich des Ersten Gewächses -eine vielseitige und interessante Probe. Herzlichen Dank an das Weingut Schloss Vollrads und seine Mitarbeiter für die Gastfreundschaft.

Ansprechpartner

Hans-Herrmann Kessler
Abschlussjahr 1981

Schloss Johannisberger Weingüterverwaltung / G.H. von Mumm

BDO Rheingau / Hessische Bergstraße

bdo-rheingau@oenologie.de

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